CAPTin Kiel

Bau eines Versuchsträgers

Angeregt durch die Werft Nobiskrug, die im Ausbildungsverbund mit weiteren Werften bereits 2017 einen Schlepper durch Auszubildende gebaut haben, soll in einem vergleichbaren Szenario mit den beteiligten Werften und Zulieferern eine 20 Meter lange Personenfähre als Versuchsträger gebaut werden. Im Projektverbund können von den Industriepartnern alle notwendigen Komponenten zur Erstellung einer fahrbereiten Fähre zur Verfügung gestellt werden. Unter Leitung von Nobiskrug/German Naval Yards Kiel finden Abstimmungsgespräche zur Umsetzung statt.

Der Schiffsantrieb soll unterschiedliche Energieträger für Testzwecke beinhalten. Neben einem konventionellen diesel-elektrischen Antrieb ist rein elektrischer Antrieb über eine Batterie mit externer Ladung aber auch mit einer Stromversorgung über Brennstoffzellen vorgesehen. Diese könnte mit grünem Wasserstoff „Made in Schleswig-Holstein“, wie er bei der Raffinerie Heide sowie in einem Busprojekt der Firma GP Joule in Nordfriesland aus Windstrom erzeugt werden soll, betrieben werden.

Eine Berücksichtigung der bereits erstellten Designstudien der Muthesius Hochschule wird angestrebt. Studierende der FH Kiel beginnen in Abstimmung mit den Werften und den Industriedesignern mit dem Entwurf einer autonomen Fähre.

Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) als Betreiber aller Fördefähren hat den Neubau einer rein elektrisch angetriebenen 100-Personenfähre für den Einsatz auf der Schwentinelinie 2 schon 2019 in Auftrag gegeben. In Abstimmung mit der SFK sollen hier Schnittstellen für Versuche mit autonomen Komponenten vorgesehen werden. Die SFK hat weiterhin der temporären Installation von Sensoren für erste Datenerhebungen an den Fähren der Linie 1 zugestimmt.